Suchintention - Erklärung und Definition

Alternative Bezeichnung:

  • User Intent oder Query Intent
  • Search Intent
  • Nutzerintention
  • Suchabsicht

Suchintention - kurze Definition:

Die Suchintention beschreibt das Ziel hinter der Suchanfrage eines Suchenden.

Also, ob er

  • Informationen sucht ( "Apfelkuchen Rezept", "Uhrzeit London" )
  • eine Webseite / URL sucht ( "die zeit" "stiftung warentest") oder
  • etwas ausführen möchte ( "halbschuh herren leder kaufen")

Was versteht man unter Suchintention?

Warum suchen wir was, wann und von wo aus?

Diese Frage stellen sich nicht nur Google und andere Suchmaschinenanbieter, um die Nutzerzufriedenheit zu erhöhen.

Es ist auch eine aüßerst wichtige Frage für Unternehmen die online Informationen, Produkte oder Dienstleistungen anbieten.

Und natürlich für jeden, der im SEO-Bereich arbeitet. Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage verbirgt sich übrigens hinter dem Begriff Suchintention (engl.: Search Intent). Denn dieser beschreibt, mit welcher Absicht der User etwas über einen Suchmaschinenanbieter sucht. Etwas überspitzt könnte man sagen:

Search Intent gegen Keyword

Wer jetzt einen Schreck bekommen hat, weil seine gesamte SEO-Strategie auf bestimmten Keywords basiert, kann sich wieder entspannen. Denn eigentlich sind die Suchintention (oder die Suchabsicht) und Keywords eng miteinander verwandt - schließlich sucht der User mit Worten im Internet.

Tatsache ist jedoch, dass die Suchintention ein immer wichtigerer Faktor im Online Marketing und in der Suchmaschinenoptimierung wird und dass das einzeln betrachtete Keyword etwas in den Hintergrund rückt.

Denn statt "the one and only keyword" haben Suchmaschinenanbieter - allen voran Google - mittlerweile überproportional große Fortschritte darin gemacht, Zusammenhänge zwischen einzelnen Wörtern einer eingegebenen User-Suchanfrage zu erkennen und den User dorthin zu leiten, wo er am ehesten relevante Informationen und Antworten auf seine Suchanfrage bekommt.

Suchintention Grundlagen - Teil 1

Penn State University

Wer wissen will, welche Absicht ein User mit seiner Suchanfrage verfolgt, stößt immer wieder auf zwei Quellen.

Bei der ersten handelt es sich um die in SEO-Kreisen oft zitierte Studie der Penn State University, die die Suchintention in drei Bereiche gliedert:

  1. Informational Queries (Informationelle Abfragen)Hier sucht der Nutzer ganz gezielt nach Informationen oder Wissen, das ihm hilft, ein Problem zu lösen oder eine Frage zu beantworten."Wie hieß der erste deutsche Bundeskanzler?" oder "Apfelkuchen Rezept einfach".
  2. Navigational Queries (Navigationale Abfragen):Der User sucht gezielt nach einer bestimmten Webseite im Internet, die ihm die Möglichkeit gibt, sein Vorhaben umzusetzen.Ein Beispiel dafür ist eine Anfrage wie "die zeit" oder "der spiegel".
  3. Transactional Queries (Transaktionale Abfragen): Bei dieser Art der Suche macht der Nutzer seine explizite Kaufbereitschaft bereits in der Suchanfrage deutlich, beispielsweise durch: "Herrenschuhe Leder braun 43 kaufen".

Generell kann man sagen, dass die meisten Suchanfragen informationeller Art sind. Da im Fokus dieser Anfragen die Suche nach Antworten oder Informationen stehen, geht es dem User hier in erster Linie nicht um Einkäufe oder Bestellungen, sondern eher um Orientierung.

Bei den navigationalen Suchen wissen die Nutzer schon vorab, von welcher Webseite die Informationen eingeholt werden sollen. Bei diesem Search-intent-Bereich ist es für den Webseitenbetreiber wichtig, aus den Besuchern der Webseite auch Kunden zu machen.

Transaktionale Suchen machen einen immer größer werdenden Anteil aller Suchen aus und sind am einfachsten zu bedienen, da die User sich schon für einen Kauf, einen App-Download, eine Bestellung oder etwas anderes entschieden haben - sie wissen nur noch nicht, bei wem und auf welcher Webseite die Transaktion durchgeführt wird.

Da der Wunsch, etwas zu kaufen oder downzuloaden bereits vorhanden ist, müssen Webseitenbetreiber diesem Bedürfnis des Users unbedingt nachkommen, da er sonst abspringt. Eine gute/intuitive Benutzerführung und Call-to-Action-Buttons gehören zur Pflichtausstattung jeder dieser aufgerufenen Seiten.

Suchintention Grundlagen - Teil 2

Search Quality Evaluator Guidelines

Bei der zweiten Instanz, die sich mit den Suchabsichten des Users beschäftigt, handelt es sich um Google selbst, das in den Search Quality Evaluator Guidelines unter Punkt 12.7 “Understanding User Intent” die Suchintention des Users in fünf Bereiche aufteilt:

  1. Know Suchanfragen:
    Sucht der User Informationen, möchte er etwas wissen?
  2. Do Suchanfragen:
    Will er eine Aktion ausführen (etwas herunterladen oder kaufen)?
  3. Website Suchanfragen:
    Sucht er nach einer bestimmten Webseite?
  4. Visit-in-Person Suchanfragen:
    Sucht er eine bestimmte Person oder einen bestimmten Ort in der Nähe?
    Durch die Ergänzung dieser Suchanfragen-Kategorie werden auch die Suchanfragen von Nutzern bedient, die gerade oder demnächst einen Ort/ein Geschäft/o.ä. persönlich aufsuchen wollen.
    Ein immer höherer Anteil dieser Anfragen erfolgt mittlerweile durch mobile Endgeräte von unterwegs und wird durch Local-Search-Antworten von Google bedient.
  5. Multiple User Intent Suchanfragen:
    Hierbei handelt es sich um Suchanfragen mit mehr als nur einer möglichen User-Suchintention.
    Zum Beispiel, wenn der User sich erst informieren und dann etwas kaufen will.
    Meist sind dies generische, nur aus einem Keyword bestehende Suchanfragen. Gibt ein User beispielsweise "Porsche" in das Suchfeld ein, ist zunächst nicht klar, was seine Suchintention ist, außer, dass es etwas mit dem Autohersteller aus Zuffenhausen zu tun hat. Interessiert ihn die Geschichte von Porsche? Will er einen Porsche gebraucht kaufen? Will er die Webseite porsche.com besuchen? Oder sucht er gerade Niederlassungen in unmittelbarer Nähe?

Warum ist die Suchabsicht so wichtig für Google und die Webseitenbetreiber?

Ein Beispiel:
wenn jemand auf der Suche nach den schönsten und am wenigsten frequentierten Stränden auf Korsika ist (also Informationen sucht) und Google ihm lediglich Hotelbuchungsseiten und auf Korsika ansässige Autovermietungen anbieten würde (also transaktionale Antworten), wäre seine Suchintention nicht erfüllt.
Womöglich ärgert er sich über die gelieferten Ergebnisse, denn jetzt muss er erneut und mit anderen Worten suchen. Auf Dauer will er das aber nicht. Er will Ergebnisse auf seine Anfrage.

Was in diesem fiktiven Fall für Google gilt, gilt natürlich auch für die Webseitenbetreiber.
Auch sie müssen sich am User Intent orientieren und die eigene Dienstleistung oder das eigene Angebot darauf abzustimmen.

Denn was bringt es einem, auf haufenweise Traffic durch irgendwelche User zu schielen, deren Absichten man ohnehin nicht erfüllen kann?

Schließlich darf man nie vergessen: schnelle oder hohe Zahlen bei der Absprungrate einer Webseite und die anschließende Rückkehr zu den Suchergebnissen bewertet Google zunächst einmal kritisch.

Suchmaschinen ordnen einen solchen Fall meist so ein, als ob die vom User besuchte Webseite nicht ausreichend zufriedenstellend war.

Mögliche Folge: die besuchte Webseite verliert Plätze im Ranking und eine konkurrierende Webseite (die dem User die relevanten Informationen liefert) wird in den SERPs weiter oben gerankt.

Webseitenbetreiber sollten daher besser auf weniger und dafür zielgerichteten Traffic setzen als auf viel Traffic und eine damit verbundene hohe User-Unzufriedenheit.
Wer die Search Intent beachtet, für sich nutzt und sie zielführend auf seiner Seite bedienen kann, kann (im Normalfall) auch mehr Conversions unter seinen Besuchern erwarten.

Was tut Google, um die Suchintention des Users besser zu verstehen?

Schon seit der eigenen Gründung achtet Googles penibel darauf, den Usern die bestmöglichen Antworten zu liefern. In den letzten Jahren hat das Unternehmen aber noch eine Schippe draufgelegt. Vor allem immer dann, wenn es darum ging,  zu verstehen, was genau die User suchen.

Früher gab man ein Keyword ein und die Suchtreffer wurden - vereinfacht gesagt - danach gerankt, wie oft dieses Keyword auf der Seite vorkam.
Heute entscheiden Millionen von Berechnungen und ein paar hundert Rankingfaktoren über die Platzierung einer Webseite. Und nur noch die besten und relevantesten Antworten auf die Suchabsicht des Users sollen in den SERPs auch Spitzenpositionen einnehmen.

Was sich wie ein vollautomatisierter Prozess anhört, ist jedoch ein komplexeres Thema.
Um auf die richtigen Webseiten zu verweisen, setzt Google dabei unter anderem auf neueste Forschungserkenntnisse zum Verständnis natürlicher Sprachen. Das Unternehmen stellt zudem auch immer mehr Menschen ein, die in ihrem Fachgebiet hochqualifiziert sind, und durch ihre Expertise sehr guten von exzellentem Content besser unterscheiden können (die sogenannten "Search Quality Raters"). Denn je spezifizierter eine Suchanfrage ist, desto spezifischer müssen auch die relevantesten Antworten darauf sein.

Neben jeder Menge Geld steckt Google vor allem aber auch eine ganze Menge Zeit in das Vorhaben, die Suchintention noch besser verstehen und bedienen zu können.
Allein fünf Jahre hat Google daran gearbeitet, ein in vielen Sprachen funktionierendes Synonym-System aufzubauen.
Dieses erkennt, was der User wirklich sucht, wenn er ein Wort eingibt, das in der jeweiligen Sprache mehrere Bedeutungen hat. Je nachdem, wie und in welcher Formulierung es in einen Satz eingebettet ist, erkennt Google die gewünschte Bedeutung und liefert dazu dann die zielführendste Antwort aus.
Das Resultat kann sich sehen lassen: die ohnehin hohe Qualität und Treffergenauigkeit hat sich bei diesen Abfragen nach eigenen Angaben Googles nochmals um 30 Prozent erhöht.

Auch Kleinigkeiten, wie Buchstabendreher, Rechtschreibfehler oder Flüchtigkeitsfehler des Users beim Eintippen der Suchanfrage werden von Google mittlerweile zu über 99,9 Prozent richtig interpretiert, um den User zu seinen gewünschten Zieladressen zu führen.

Fazit und Tipps zur Suchintention

Wir halten fest: Um den User im Anschluss auf seine Suchanfrage auf relevante Webseiten - im besten Fall auf DIE relevanteste Webseite - weiterleiten zu können, will Google die Suchintention seiner Nutzer noch besser verstehen. Daher arbeitet Google seit Jahren verstärkt an diesem Thema. Webseitenbetreiber - ob sie wollen oder nicht - müssen das im Umkehrschluss ebenfalls, da die User Intent zunehmend mehrere Rankingfaktoren Googles beeinflusst.

Wer die Absichten der User versteht, kann deren Bedürfnisse einfach besser bedienen.

Ein besseres Verständnis der User-Search-Intent wird daher in Zukunft auch einer der Schlüssel dafür sein, mit seiner Webseite im Google Ranking auf Seite 1 geführt zu werden.

Um gute Platzierungen zu erreichen, sollten Sie daher auf Folgendes achten:

  • dass Sie mit Ihren Inhalten die Suchintention erfüllen
  • dass Ihre Inhalte hervorragend und höchst relevant sind
  • dass die Ihre Besucher positive Nutzersignale an Google senden.

Und vergessen Sie nicht: Was nicht gesucht wird, wird auch nicht gefunden!

Überprüfen Sie zudem Ihre Keywords gründlich und betrachten Sie diese nicht isoliert.

Schon kleinste Veränderungen (wie zum Beispiel Plural/Einzahl, Mehrdeutigkeit des Keywords, Zeitformen des angeschlossenen Verbs, Zusammen- oder Getrenntschreibung oder vor- und nachgestellte Wörter) können dafür sorgen, dass Googles Algorithmen die User Intention dahinter anders einordnen.

Um herauszufinden, welche Kriterien Ihre Webseite noch erfüllen muss, um gut gerankt zu werden, ist eine Überprüfung der Konkurrenzseiten, die ganz oben in den Suchergebnissen geführt werden, unerlässlich.

Die Analyse der Konkurrenz zeigt nämlich recht schnell, worauf es neben hervorragendem Content noch ankommt.
Setzen alle auf große Bilder?
Gibt es bei allen Konkurrenzseiten Videos oder How-To-Anleitungen?
Gibt es dort genaue Produktbeschreibungen oder nur kurze Listen mit den Eigenschaften, bzw. technischen Daten des Produkts?
Oder, falls es sich um Produkt-Informationsseiten handelt: binden die anderen Quick-Links zum eigenen Shop oder zu Amazon ein?

Jeder Hinweis auf ein Muster ist gut für Sie, denn er spiegelt wider, was die User gut finden und was bei Google gut rankt.

Übrigens: SEO wirkt auch beim Thema Suchintention. Finden auch Sie heraus, welche Intention Ihre User mit der Eingabe eines Keywords (bspw. mittels Keyword-Recherche) haben. Ein besseres Ranking und eine höhere, zielführende Klickrate haben schließlich noch niemandem geschadet.

SEO Freelancer Matthias Klenk
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