Content Hub

Wie strukturiert man Content richtig? Wie schafft man es, dass User auf alle Inhalte, die zu einem Themenpaket gehören, zugreifen können und gleichzeitig auch Suchmaschinen diese Inhalte miteinander in Verbindung bringen?

Die beste Antwort darauf liefern sogenannte Content-Hubs.

Das sind kleine Mini-Universen auf der eigenen Website, die thematisch gebündelt sind und die eigene Expertise zu einem bestimmten Thema relevant und attraktiv darstellen.

Content-Hubs fallen in den Bereich des Content Marketings und bieten gerade in der Suchmaschinenoptimierung große Vorteile.

Doch wie strukturiert man die Inhalte seiner Webseite sinnvoll - so, dass diese von Google und den Usern als relevantes, in sich schlüssiges Gebilde eingeordnet werden? Mehr dazu in den folgenden Absätzen.


Was ist ein Content Hub?

Ein Content-Hub ist ein zentraler Bereich der Webseite, der Inhalte zu einem bestimmten Thema bereitstellt. Es ist eine Art Knotenpunkt, an dem alle thematisch passenden Inhalte versammelt sind.

Die Erstellung eines Content-Hubs bietet erhebliche SEO-Vorteile, darunter mehr Backlinks, Suchverkehr und Leads sowie eine höhere Autorität und eine stärkere Marke.

Darüber hinaus verbessern Content-Hubs die Website-Struktur. Sie sind die Basis für eine systematische interne Verlinkung. Sie erhöhen die User Zufriedenheit. Und wenn sie gut gemacht sind, sorgen sie auch für eine längere Verweildauer der User auf der Seite und bessere Rankings.


Aufbau eines Content-Hubs

Wie ist ein Content-Hub aufgebaut?

Der strukturelle Aufbau eines Content-Hubs sieht wie folgt aus:

  1. Pillar Page (übergeordnete Sammlung von Inhalten zu einem bestimmten Thema)
  2. Cluster Pages / Topic Cluster (Seiten, die auf verschiedene, zum Thema gehörende Inhalte spezifisch eingehen und diese aus User-Interessen oder besonderen Blickwinkeln beleuchten)
  3. Interne Verlinkung (die die Pillar Page und die Unterseiten wechselweise miteinander verbinden)

Den Mittelpunkt des Content-Hub bildet die sogenannte “Pillar Page” (Pillar steht im Englischen für “Säule”). Von dieser Themenschwerpunkt-Seite können weiterführende und nach Unterthemen geordnete Bereiche der Webseite angesteuert werden.

Auf den sogenannten Cluster-Seiten werden verschiedene Inhalte zu einem bestimmten Unterthema gebündelt. Meist handelt es sich um eine themenspezifische Übersichtsseite, es kann aber auch eine einzelne Seite sein (ein einzelner Artikel zu einem bestimmten Thema, ein Features, ein Ratgeber, eine Anleitung, o.ä.).

Durch relevante Longtail-Keywords für die einzelnen Unterthemen stellen Sie sicher, dass verschiedene Eintrittspunkte zu den Inhalten Ihrer Webseite bestehen, von denen aus die User dann leicht zu anderen Unterthemen navigieren können.

Dies erreichen Sie durch eine sinnvolle interne (und externe) Verlinkung. Dadurch profitieren die einzelnen Seiten überproportional voneinander, denn jede dieser Unterseiten kann durch den sogenannten Link Juice ihre positiven Eigenschaften (Ranking, Sichtbarkeit, Autorität u.a.) an die anderen Seiten weitergeben.


Beispiel eines Content-Hubs:

Sie betreiben eine Webseite, bei der sich alles um Elektromobilität dreht. Ihre Pillar Page in diesem Content-Hub ist informativ und breit angelegt und verrät den Besuchern jede Menge spannender Informationen zum Thema Elektromobilität.

Die Cluster Pages, die die User dabei ansteuern können, behandeln spezifische Unterthemen wie "Klimaschutz", "Verschiedene Antriebsarten", "Die besten Batterien" oder auch “Die Geschichte der Elektromobilität”.

Von den Usern gefunden werden können Sie sowohl über die Pillar Page als auch über eine einzelne Cluster Page, denn jede dieser Seiten ist für ein bestimmtes Keyword optimiert.

Wie man sich jedoch vorstellen kann, ist es schwieriger, über ein großes, allgemeines Keyword wie "Elektromobilität" gefunden zu werden, da es jede Menge Unternehmen gibt, die sich diesem Thema verschrieben haben und viel Geld investieren, um dafür auch gefunden zu werden.

Leichter gefunden werden können Sie über ein Thema wie "Die Geschichte der Elektromobilität", wenn Sie guten Content bieten und die richtige SEO-Strategie verfolgen.

Suchbegriffe und Phrasen wie diese nennt man Longtail-Keywords. Sie führen die Besucher auf die betreffende Cluster Page, von wo aus diese sich dann durch themenähnliche Inhalte Ihres Content-Hubs navigieren können.

Content-Hub Beispiel mit Pillar-Page und Cluster-Pages
Content-Hub Beispiel mit Pillar-Page und Cluster-Pages

Welche Arten von Content beinhalten Content-Hubs?

In einem Content-Hub können viele verschiedene Inhalte und Formate untergebracht werden. Im Grunde genommen zählen dazu alle Inhalte, die Teil der Content-Strategie eines Unternehmens sind.

Mögliche Inhalte eines Content-Hubs:

  • Wissens-Artikel,
  • Magazinbeiträge,
  • Ratgeber,
  • Videos,
  • Anleitungen,
  • Videos,
  • Social-Media-Profile,
  • ein Blog für nicht-kommerzielle Inhalte oder auch
  • Unternehmens-News (sofern diese relevant für die User sind).

Bestehende Inhalte für den Content-Hub nutzen

Man muss die Welt nicht immer neu erfinden. Oft gibt es schon genügend vorhandenen Content auf der eigenen Seite, der nur an den Content Hub angebunden werden muss.

Sind Inhalte bereits vorhanden, muss die Website nur ein umstrukturiert werden und die Inhalte mit dem Content-Hub direkt verlinkt werden.


Was ist das Ziel hinter Content-Hubs?

Ein Content-Hub ist ein bisschen wie ein Schaufenster in der realen Welt.

Wenn Sie daran vorbeikommen, müssen Sie nicht zwingend alle Artikel darin interessant finden. Wenn nur einer ihr Interesse weckt, reicht das meist aus, um ihn sich genauer anzusehen oder vielleicht in das Geschäft reinzugehen.

Der Hub verfolgt somit eine Top-of-the-Funnel-Strategie: Interesse zu wecken und im Anschluss weitere interessante Dinge anzubieten, die den Besucher noch interessieren könnten.

Um beim Beispiel zu bleiben: wenn sich der Besucher gut informiert und gut von Ihnen beraten fühlt, nimmt er vielleicht noch mehr Artikel als nur den aus dem Schaufenster mit, kommt wahrscheinlich wieder und empfiehlt Sie im besten Fall sogar noch weiter.

Inhaltlich starke Content-Hubs eignen sich daher auch gut zum Markenaufbau und zur Steigerung der Markenbeliebtheit.


Content-Hubs: Die Vorteile aus SEO-Sicht

  • Bessere Rankings möglich
  • Mehr Sichtbarkeit möglich
  • Traffic erhöht sich
  • Shorttail Keywords als auch Longtail-Keywords werden abgedeckt
  • Verweildauer steigt
  • Domain Authority und Link Authority erhöhen sich
  • Optimierte interne Verlinkung
  • Struktur der Webseite wird verbessert
  • Google empfängt verbesserte Engagement-Signale, da die Interaktion zwischen User und Webseite zunimmt
  • Google erkennt semantische Zusammenhänge besser, wenn diese in Content-Hubs logisch strukturiert sind (Expertise / Topical Authority steigt)

Weitere Vorteile eines Content-Hubs

Content-Hubs decken die Bedürfnisse aller User. Sie geben auf alle Fragen eine Antwort und decken im Idealfall die gesamte Palette an Informationen zu einem Thema ab. Das heißt, sie bieten als Einstiegsseiten relevante Inhalte für absolute Profis als auch für totale Novizen, die zum ersten Mal eine Suchanfrage zu diesem Thema stellen.

Content-Hubs sorgen für eine verbesserte User Experience. Dadurch, dass Inhalte für jede Art von User bereitgestellt werden, verlässt auch jeder die Seite zufrieden.

Content-Hubs sind leichter zu verwalten. Struktur ist alles. Sowohl für den User, als auch für Google, als auch für Sie. Denn was an einem Ort gebündelt wird, ist übersichtlicher und leichter zu organisieren. Wer bei der Erstellung einer Webseite auf Content-Hubs setzt, wird auch keine Probleme bekommen, wenn die Anzahl der Seiten und die Menge der Inhalte extrem ansteigen.

Content-Hubs helfen dabei, User und Kunden detailliert kennenzulernen. Mit Content-Hubs bündeln Sie alle relevanten Daten von Google Analytics an einem Ort. Dadurch sparen Sie nicht nur Zeit, Nerven und Aufwand, sondern Sie sehen auch auf einen Blick:

  • was Ihre User am liebsten anklicken
  • wie sie mit dem Content interagieren
  • welche Seiten sie auf ihrer Reise über Ihre Website (siehe auch: Customer Journey) wann ansteuern
  • wie lange die User auf den einzelnen Seiten verweilen
  • uvm.

 

 

Die Do’s and Don’ts bei Content-Hubs

Content-Hubs beinhalten, wie der Name schon sagt, Content (und sind daher keine Verkaufsplattform). Wenn der User sich informiert fühlt und Vertrauen in Ihre Webseite aufbaut, kauft er dort auch ein - aber eben erst dann.

Achten Sie darauf, dass Ihr Content-Hub über das Potenzial für ein langen Lebens verfügt. Ein Content-Hub, der Themen behandelt, nach denen seit Jahren keiner mehr sucht, macht nicht wirklich Sinn. Es sei denn, es handelt sich dabei um irgendeine Art von Kult (z.B. eine Webseite zu einem Ballerspiel aus den 90ern, das noch über eine große Fangemeinde verfügt o.ä.)

Aktualisieren Sie die Inhalte stets. Nichts ist schlimmer, als eine Wissensseite zu einem bestimmten Thema, dessen neueste Erkenntnisse mehrere Jahre alt und eventuell sogar überholt sind.

Content-Hubs dürfen oder sollen auf Social-Media-Seiten verweisen, haben aber von ihrem Aufbau und von den Inhalten her selbst keine Ähnlichkeit zu solchen Seiten. Sie sollten dort Content einstellen, der langlebig ist (und nicht so kurzlebig wie ein Tweet oder ein Post).

Vergessen Sie nie: das Wichtigste an einem Content-Hub ist, wie Sie die Inhalte anordnen, damit die User diese gut finden und gut durch die Webseite navigieren können. Versetzen Sie sich daher stets in die Lage des Users, von welchen Inhalten dieser wann als nächstes angesprochen werden will. Denn wenn er diese nicht (sofort) findet, springt er ab und versucht es bei der Konkurrenz.