Crawler, Bot und Google Crawler

 

Was sind Crawler?

Der Begriff Crawler ist ein Überbegriff für die Bots / Robots und Spider, die von Suchmaschinen wie Google zum Auslesen von Websites genutzt werden. Daneben gibt es Crawler in SEO-Tools wie Screaming Frog, die für die professionelle SEO eingesetzt werden, sowie inzwischen die Crawler der KI-Anbieter.

Ein Crawler ist im Kern ein automatisiertes Programm. Es startet mit einer Liste bekannter URLs, der sogenannten Seed List, folgt von dort aus allen gefundenen Hyperlinks und sammelt dabei die Inhalte für den Suchindex ein. Die Bezeichnung "Spider" rührt von dieser spinnennetzartigen Vorgehensweise her.

Die bekanntesten Vertreter sind der Googlebot und der Bingbot. Gesteuert wird das Ganze unter anderem über die Datei robots.txt.


Wie Crawler technisch funktionieren

Der Ablauf eines Crawls lässt sich in wenige Schritte gliedern:

  1. URL-Warteschlange: Jeder neu entdeckte Link landet in einer Queue, die nach Wichtigkeit sortiert wird.
  2. Robots.txt-Check: Vor dem Abruf prüft der Crawler, was erlaubt ist. Seriöse Crawler halten sich daran.
  3. Herunterladen und Parsen: Der Crawler lädt den HTML-Quellcode, extrahiert Texte, Bilder und neue Links und wertet Meta-Anweisungen wie noindex oder nofollow aus.
  4. Rendering: Moderne Crawler wie der Googlebot führen zusätzlich JavaScript aus, um dynamische Inhalte zu sehen.
  5. Priorisierung: Welche Seite als Nächstes drankommt, entscheiden Algorithmen anhand von PageRank, Verlinkung und Aktualisierungsfrequenz.
  6. Übergabe an den Indexer: Die gesammelten Daten wandern in den Suchindex.

Damit Server nicht überlastet werden, legen Crawler Pausen zwischen den Anfragen ein. Dieses Verhalten nennt sich Politeness.


KI-Crawler: Die neue Generation

Seit einigen Jahren sind neben den klassischen Suchmaschinen-Bots die Crawler der KI-Anbieter unterwegs. Sie sammeln Inhalte für das Training von Sprachmodellen und für die Beantwortung von Nutzerfragen in Echtzeit. Wer heute über KI-Sichtbarkeit nachdenkt, kommt an diesen Bots nicht mehr vorbei.

Die wichtigsten Vertreter:

  • GPTBot (OpenAI): Sammelt Inhalte für das Training der GPT-Modelle.
  • OAI-SearchBot (OpenAI): Zuständig für die Suchfunktion in ChatGPT.
  • ClaudeBot (Anthropic): Crawlt Inhalte für Claude.
  • PerplexityBot (Perplexity): Versorgt die Antworten der KI-Suchmaschine mit Quellen.
  • Google-Extended: Kein eigener Crawler, sondern ein Steuerungstoken. Damit legen Sie fest, ob Ihre Inhalte für Gemini und die KI-Übersichten genutzt werden dürfen, ohne die normale Google-Indexierung zu beeinflussen.

Alle genannten Bots lassen sich über die robots.txt steuern. Ein Beispiel:

User-agent: GPTBot

Disallow: /

 

User-agent: ClaudeBot

Disallow: /

 

User-agent: Google-Extended

Disallow: /

Ob Sie das tun sollten, ist allerdings eine strategische Entscheidung. Wer KI-Crawler aussperrt, schützt zwar seine Inhalte vor der Verwertung im Modelltraining, verzichtet aber gleichzeitig auf Erwähnungen und Verlinkungen in KI-Übersichten, ChatGPT oder Perplexity.

Meine Empfehlung für die meisten Unternehmen: KI-Crawler zulassen. Die Sichtbarkeit in KI-Antworten ist inzwischen ein realer Traffic- und Reputationskanal. Anders sieht es bei Portalen aus, deren Geschäftsmodell direkt auf den eigenen Inhalten beruht.

Bedenken Sie außerdem: Jeder zusätzliche Bot erzeugt Last auf Ihrem Server. Die Zahl der KI-Crawler wächst weiterhin, und nicht alle verhalten sich so zurückhaltend wie der Googlebot. Ein Blick in Ihre Server-Logfiles zeigt Ihnen, wer bei Ihnen tatsächlich unterwegs ist.


Wie aufwendig ein Crawl wirklich ist

Wie viel Arbeit hinter einem Crawl steckt, wird meist erst sichtbar, wenn man selbst einen durchführt. Hier ein Blick in meinen Screaming Frog mit mehreren Crawls meiner eigenen Website matthiasklenk.de:

Meine Website ist mit gut 1.500 URLs eine vergleichsweise kleine Seite. Trotzdem entstehen pro Durchlauf über 200 MB an Daten. Und das ist noch das harmlose Ende der Skala:

Screaming Frog Crawls der Website matthiasklenk.de mit rund 1.500 URLs und über 200 MB pro Crawl
Rund 1.500 bis 1.900 URLs pro Crawl, jeder einzelne Crawl belegt über 200 MB.

Bei diesem Projekt sind wir bei 7,7 GB, und der Crawl ist noch nicht einmal zu einem Drittel durch. Jede einzelne dieser URLs bedeutet eine Serveranfrage, das Herunterladen des Quellcodes, das Rendern von JavaScript und die anschließende Auswertung.

Google macht nichts anderes, nur eben für Milliarden von Websites parallel. Dazu kommen inzwischen die KI-Crawler, die dieselbe Arbeit noch einmal leisten. Genau deshalb bekommt jede Website nur ein begrenztes Crawl Budget zugeteilt.

Jede unnötige URL, jede Weiterleitungskette und jede langsame Antwortzeit kostet Rechenleistung. Die geht dann Ihren wichtigen Seiten verloren.

Screaming Frog Crawl mit 51.513 URLs und 7,7 GB Datenvolumen bei erst 28 Prozent Fortschritt
51.513 URLs, 7,7 GB Datenvolumen und das bei erst 28,77 % Fortschritt.


Crawling steuern und optimieren

Sie sind den Crawlern nicht ausgeliefert. Mit technischer SEO steuern Sie aktiv, wohin die Ressourcen fließen:

  • Robots.txt: Unwichtige Bereiche wie Admin-Verzeichnisse oder interne Suchergebnisse konsequent ausschließen. Hier legen Sie auch fest, welche KI-Crawler Zugriff erhalten.
  • Meta-Robots-Tags und X-Robots-Header: Steuerung auf Seitenebene über index/noindex und follow/nofollow.
  • XML-Sitemap: Die Landkarte Ihrer wichtigsten URLs für den Crawler.
  • Interne Verlinkung: Wichtige Seiten müssen mit wenigen Klicks erreichbar sein.
  • Technische Sauberkeit: Serverfehler (5xx), 404-Fehler, Weiterleitungsketten und lange Ladezeiten vermeiden.
  • Crawl Budget schonen: Duplicate Content und überflüssige Parameter-URLs eliminieren.
  • Google Search Console: In der GSC überwachen Sie die Crawling-Aktivität und finden Fehler frühzeitig.
  • Logfile-Analyse: Nur im Server-Log sehen Sie, welche Bots tatsächlich bei Ihnen unterwegs sind und wie viel Last sie erzeugen.

Eine technisch saubere, gut strukturierte Website ist damit kein Selbstzweck. Sie sorgt dafür, dass die begrenzte Rechenleistung der Crawler dort landet, wo sie Ihnen tatsächlich Sichtbarkeit bringt. Und zwar sowohl bei Google als auch in den KI-Antworten.


Ihr Ansprechpartner
Matthias Klenk, SEO Freelancer

Ihnen sind auf Ihrer Website Probleme im Bereich Crawler beziehungsweise Crawling und Indexierung aufgefallen? Als SEO-Freelancer unterstütze ich Sie gerne mit einer SEO-Analyse oder einer Beratung im Bereich technische Suchmaschinenoptimierung.




Google
4,6★★★★★
12 Rezensionen
ProvenExpert
4,81/ 5
30 Bewertungen
Matthias Klenk, SEO-Freelancer und SEO-Experte
       

Crawler Bot Definition

Die Mutter aller Crawler

Der erste Crawler war der World Wide Web Wanderer aus dem Jahr 1993. Er sollte zunächst lediglich messen, wie stark das Internet wächst. Ein Jahr später folgte der WebCrawler, der erste öffentlich zugängliche Such-Bot mit Volltextindex.

Wissenswert: Automatisierter Bot-Traffic macht heute je nach Erhebung rund die Hälfte des weltweiten Internet-Traffics aus. Suchmaschinen- und KI-Crawler sind dabei nur ein Teil davon.


Häufige Fragen zum Thema Crawler

Was ist ein Crawler und was bedeutet der Begriff?

Ein Crawler ist ein automatisiertes Programm, das Websites systematisch besucht, deren Inhalte ausliest und für die Weiterverarbeitung speichert. Der Begriff leitet sich vom englischen "to crawl" ab, also kriechen oder sich vorantasten. Genau das beschreibt die Arbeitsweise: Der Crawler tastet sich von Link zu Link durch das Web. Auf Deutsch spricht man auch von einem Suchmaschinen-Bot oder Webspider.

Was ist der Unterschied zwischen Crawler, Bot und Spider?

Praktisch keiner. Alle drei Begriffe bezeichnen dasselbe Programm, sie betonen nur unterschiedliche Aspekte. "Bot" ist die Kurzform von Robot und steht für die Automatisierung. "Spider" bezieht sich auf das spinnennetzartige Vorgehen entlang der Verlinkungen. "Crawler" beschreibt die schrittweise Fortbewegung. Im SEO-Alltag werden die Begriffe synonym verwendet.

Was bedeutet Crawling?

Crawling bezeichnet den Vorgang, bei dem ein Bot Ihre Website aufruft und die Inhalte einliest. Wichtig: Crawling ist nicht dasselbe wie Indexierung. Eine Seite kann gecrawlt werden, ohne anschließend im Index zu landen. Umgekehrt gilt aber: Ohne Crawling gibt es keine Indexierung und damit keine Chance auf Rankings.

Wie funktioniert der Google Crawler genau?

Der Googlebot arbeitet in mehreren Schritten. Er startet mit bekannten URLs, prüft zunächst die robots.txt, lädt dann den HTML-Quellcode, führt JavaScript aus und extrahiert alle Inhalte sowie neue Links. Diese Links landen in einer priorisierten Warteschlange. Die Priorisierung erfolgt unter anderem über die interne und externe Verlinkung sowie die Aktualisierungsfrequenz einer Seite.

Wie kann ich den Google Crawler anstoßen?

Über die Google Search Console und dort im Bereich der URL-Prüfung. Geben Sie die gewünschte URL ein und klicken Sie auf "Indexierung beantragen". Das ist allerdings kein Garant für eine schnelle Aufnahme, sondern lediglich ein Hinweis an Google. Nachhaltiger wirken eine aktuelle XML-Sitemap, eine gute interne Verlinkung und regelmäßig neue Inhalte.

Was ist Crawl-Delay und wird es von Google unterstützt?

Crawl-Delay ist eine Anweisung in der robots.txt, mit der Sie eine Wartezeit zwischen zwei Anfragen desselben Bots vorgeben. Google ignoriert diese Anweisung allerdings. Andere Crawler wie der Bingbot oder diverse SEO-Tools halten sich daran. Wenn der Googlebot Ihren Server zu stark belastet, sollten Sie stattdessen die Crawling-Frequenz in der Search Console prüfen und vor allem die Serverleistung verbessern.

Was bedeutet Crawl-Tiefe?

Die Crawl-Tiefe beschreibt, wie viele Klicks eine Unterseite von der Startseite entfernt liegt. Je tiefer eine Seite vergraben ist, desto seltener wird sie gecrawlt und desto geringer schätzt Google in der Regel ihre Bedeutung ein. Als Faustregel gilt: Wichtige Seiten sollten mit maximal drei Klicks erreichbar sein. Eine durchdachte interne Verlinkung ist hier der wirksamste Hebel.

Was sind Best Practices für eine saubere Crawlbarkeit?

Sorgen Sie für eine flache Seitenstruktur, eine aktuelle XML-Sitemap und eine saubere robots.txt. Vermeiden Sie Weiterleitungsketten, Duplicate Content und überflüssige Parameter-URLs. Achten Sie auf schnelle Serverantwortzeiten und darauf, dass Ihre Inhalte auch ohne JavaScript zugänglich sind. Prüfen Sie regelmäßig die Search Console auf Crawling-Fehler.

Wie viel Traffic verursachen Crawler auf meiner Website?

Das hängt stark von der Größe und Aktualisierungsfrequenz Ihrer Seite ab. Bei vielen Websites machen Bots inzwischen einen erheblichen Teil der Serveranfragen aus, teilweise mehr als die menschlichen Besucher. Seit dem Aufkommen der KI-Crawler ist dieser Anteil weiter gestiegen. Belastbare Zahlen für Ihr Projekt liefert nur eine Logfile-Analyse.