Redirect / Weiterleitung - 301, 302 und Co. erklärt

Redirect / Weiterleitung

Was sind Weiterleitungen / Redirects?

Alternative Bezeichnung(en):

  • Redirect
  • Weiterleitung

    Redirect / Weiterleitung - Definition und Erklärung

    Eine Weiterleitung beschreibt den permanenten oder zeitlich begrenzten Umzug der Inhalte einer Domain auf eine andere Domain. Grundsätzlich wird zwischen serverseitigen und clientseitigen Weiterleitungen unterschieden. Die serverseitigen Weiterleitungen werden über die Reihe der 300er-Statuscodes gekennzeichnet. Häufigste Verwendung finden hierbei die 301-Weiterleitung (“Moved permanently”, dt.: “Dauerhaft verschoben”) und die 302-Weiterleitung (“Moved temporarily”, dt.: “Zeitweise verschoben”). Insgesamt sind der 300er-Weiterleitungsklasse acht verschiedene HTTP-Statuscodes zugeordnet. Manche von ihnen sind allerdings so speziell, dass sie nur selten angewendet werden. Andere sind von der Technik überholt und sollten gar nicht mehr benutzt werden, da es bessere Möglichkeiten der Weiterleitung gibt. Und wieder andere haben zwar einen Statuscode, sind aber nicht belegt, sondern nur reserviert für eventuell neu auftretende technische Möglichkeiten in der Zukunft. Die Weiterleitung kann mithilfe eines .htaccess eingerichtet werden und bleibt seitens des Besuchers der Webseite weitestgehend unbemerkt. Die am häufigsten verwendeten clientseitigen Redirects sind der Meta-Refresh, der jedoch mit Vorsicht zu genießen ist und weiter unten im Text im Kapitel “Weitere Formen der Weiterleitung” beschrieben wird, sowie die clientseitige Weiterleitung über JavaScript.

    Eine Übersicht über die Weiterleitungsarten der 300er-Statuscodes.

    Im Grunde genommen gibt es für jeden möglichen Weiterleitungs-Anlass einen eigenen 300er-Statuscode, auf den SEOs oder Webmaster in ihrer Arbeit zurückgreifen können. In der Praxis werden jedoch nur wenige eingesetzt. Am Häufigsten finden die 301- und die 302-Weiterleitung Einsatz im Bereich der Suchmaschinenoptimierung und werden im folgenden Abschnitt etwas genauer erläutert. Alle anderen möchte ich inhaltlich nur streifen, da sie sehr selten oder nur in ganz speziellen Fällen berücksichtigt werden - beispielsweise, wenn dies explizit durch eine entsprechende Request-Methoden-Reihenfolge vorgeschrieben ist.

    301-Redirect:

    Eine 301-Weiterleitung ist immer dann sinnvoll, wenn sich die URL-Strukturen einer Website ändern oder eine Domain einen komplett neuen Namen erhält (also z.B. aus “matthiasklenk.de” “matthiasklenk.com” wird). Sie wird auch dann eingesetzt, wenn eine Webseite mit einer anderen zusammengeführt wird, Inhalte einer Webseite über zwei verschiedene URLs aufrufbar sind oder auch, wenn ein Umzug von einer unverschlüsselten Seite auf eine verschlüsselte erfolgt (also von “http” auf “https”). Da allerdings jede Weiterleitung bei jedem Serverabruf über eine Textdatei (siehe auch: htaccess) geladen wird, sollte die reine Anzahl der permanenten Umleitungen von der Quell-URL auf die Ziel-URL nicht zu groß sein, da sich sonst Verzögerungen beim Laden der Seite ergeben. Diese liegen zwar nur im Millisekundenbereich pro Weiterleitung, die kumulierte Menge jedoch kann dazu führen, dass sich diese für den Nutzer bemerkbar macht. Technisch gesehen antwortet der Webserver bei einer 301-Weiterleitung dem anfragenden Client (wie zum Beispiel dem Google-Bot oder einem Webbrowser), dass eine URL oder ein HTML-Dokument dauerhaft verschoben wurde und ab sofort unter einer neuen URL erreichbar ist.

    302-Redirect (moved permanently):

    Der 302-Redirect wird benötigt, um eine URL temporär umzuleiten. Das kann zum Beispiel sein, wenn eine URL nur saisonal verfügbar ist (wie zum Beispiel eine Domain, bei der die Öffnungszeiten österreichischer Skilifte angegeben werden) oder wenn einem Produkt auf einer Unterseite ein zeitweiliger Rabatt gewährt wird, diese Seite jedoch nach Ablauf der Rabattaktion wieder durch die ursprüngliche URL mit dem Produkt ohne Rabatt ersetzt werden soll.

    307-Redirect (moved temporarily):

    Dieser Redirect ist für Weiterleitungen bei Serverarbeiten gedacht. Er kann auch beim Geotargeting eingesetzt werden, um den jeweiligen User nach Abruf seiner IP-Adresse auf die korrekte Länderversion weiterzuleiten. Diese automatische Weiterleitung auf anderssprachige Seiten kann jedoch auch über den permanenten 301- oder den temporären 302-Redirect erfolgen.

    303-Redirect (see other):

    Bei dieser Weiterleitung teilt der Webserver dem anfragenden Client mit, dass eine separate GET-Anforderung an einen anderen Speicherort zu senden ist, um an die gewünschte Ressource zu kommen. Könnte unter http 1.1 als Alternative für eine 302 verwendet werden.

    304-Redirect (not modified):

    Der “Hier-hat-sich-nichts-getan”-Redirect. Seit der letzten Anfrage des Clients an den Webserver hat sich die Ressource nicht geändert und wird deshalb nicht übertragen. Braucht man nicht wirklich.

    305-Redirect (use Proxy):

    Der “Ich-bin-alt-und-werd-nicht-mehr-gebraucht”-Redirect. Der Webserver teilt dem Client mit, dass die angeforderte Ressource nur über einen Proxy erreichbar ist. Sollte heutzutage nicht mehr genutzt werden.

    306-Redirect (reserviert):

    Der Platzhalter-Redirect. Wurde früher benötigt, wenn der Proxy gewechselt werden sollte. Derzeit wird der Statuscode nicht genutzt, sein Plätzchen im World Wide Web ist aber reserviert, bis der 306er sich für neue Aufgaben empfiehlt.

    308-Redirect (permanent redirect):

    Eigentlich der Zwillingsbruder von 301, mit einem kleinen Unterschied: dieser Weiterleitungstyp darf die Anfragemethode nicht von POST auf GET wechseln. Könnte theoretisch als Alternative für den 301 verwendet werden, muss aber nicht.

    Das Redirect-Fazit:

    Aus SEO-Sicht empfiehlt es sich, die Statuscodes 301 und 302 zu nutzen, sofern nicht eine explizite Vorschrift der entsprechenden Request-Methoden-Reihenfolge erforderlich ist.

    Wie erstellt man eine Weiterleitung?

    Um eine Weiterleitung zu ermöglichen, muss ein neuer Eintrag in der htaccess-Datei erstellt werden.Bei dieser handelt es sich um eine Textdatei, die auf einem Apache-Server gespeichert wird. Um die Weiterleitungen zu starten, wird das mod_rewrite-Modul des Servers aktiviert. Anschließend wird angegeben, auf welcher Domain-Basis der Redirect erfolgt. Abschließend wird die Art der Weiterleitungen festgelegt. Die Methode funktioniert mit allen 300er-Redirects.

    Eine Weiterleitung von Webseiten oder HTML-Dokumenten ist auch unter Zuhilfenahme von Plugins möglich, was bei Do-it-yourself-SEOs oder ungeübten Webmastern, die sich in der htaccess-Datei nicht wirklich heimisch fühlen, einen großen Vorteil bietet: die Fehlerquote wird auf diesem Weg nämlich exorbitant minimiert. Die meisten Shopsysteme und CMS bieten derartige Plugins an, bei WordPress ist es beispielsweise der “Redirect Manager”.

    Weitere Formen der Weiterleitung.

    Die folgenden Arten der Weiterleitung sind technisch gesehen möglich, aber aus meiner Sicht unpraktisch, fehleranfällig oder werden von diversen Suchmaschinenanbietern kritisch betrachtet - und daher auch nicht wirklich empfehlenswert. So können Webseiten zum Beispiel auch über Browser weitergeleitet werden. Dies geschieht über einen Meta-Refresh-Tag im Header oder JavaScript. Google weist auf die Möglichkeit von JavaScript-Weiterleitungen sogar in seinen Quality Guidelines hin:

    “Die Verwendung von JavaScript zur Weiterleitung von Nutzern kann durchaus legitim sein. Wenn Sie Nutzer beispielsweise zu einer internen Seite weiterleiten, sobald sie angemeldet sind, können Sie dazu JavaScript verwenden” (Quelle: Google). Dass dies im Kapitel “Irreführende Weiterleitungen” aufgeführt wird, sagt jedoch schon viel aus. Erschwerend kommt hinzu, dass der User bei dieser Art der Weiterleitung zumindest über Grundkenntnisse von JavaScript verfügen muss. Auch der clientseitige Meta-Refresh kann von manchen Suchmaschinen als Manipulationsversuch gewertet werden. Hier wird ein Meta-Tag gesetzt, durch welchen der Browser die URL nach einer festgelegten Zeit auf eine andere, im Vorfeld festgelegte Webseite umleitet. Diese sogenannten “Sneaky Redirects” wurden ebenfalls lange Zeit zum Manipulieren von Webseiten genutzt. Wer also auf Nummer Sicher bei Weiterleitungen gehen will, setzt bevorzugt auf serverseitige Umleitungen wie die 300er-Redirects.

    Redirect / Weiterleitung: Zusatzinfos

    Wann ist eine Weiterleitung sinnvoll? Eine abschließende Übersicht:

    • Wenn eine Webseite über mehrere URLs erreichbar ist (http://matthiasklenk.de, http://www.matthiasklenk.de, etc). In diesem Fall sollte eine URL als zu indexierende URL ausgewählt werden
    • Wenn zwei Webseiten unter einer Domain zusammengeführt wurden
    • Wenn von http auf https umgestellt wird und Duplicate Content vermieden werden soll
    • Wenn von einer Webseiten-URL ohne www auf eine mit www umgeleitet wird und Duplicate Content vermieden werden soll
    • Wenn Geotargeting verwendet wird
    • Wenn die Webseiten-Struktur bearbeitet und URLs sich verändert haben. Werden keine Weiterleitungen eingerichtet, gibt der Server 404-Fehlercodes aus
    • Wenn man Affiliate-Marketing betreibt und die Links zur Webseite getrackt werden
    • Wenn User auf eine URL umgeleitet werden sollen, die für ein spezielles Endgerät erstellt wurde

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