Definition

Der Begriff „Google Update“ bezeichnet Anpassungen am Google Algorithmus. Die Updates zielen dabei meist auf die Bekämpfung von Webspam, dienen der Verbesserung der Suchergebnisse oder sind technischer Art (SSL, Mobilfähigkeit, Ladezeiten, etc.).

Google Updates: der Weg zur perfekten Suchmaschine

Sie heißen Cassandra, Esmeralda, Buffy oder Big Daddy. Manchmal tragen sie auch Tiernamen wie Pigeon, Panda oder Penguin. Bei all diesen Bezeichnungen handelt es sich um (Sie werden es schon erraten haben): Google Updates. Manche von ihnen hatten große Auswirkungen, die meisten sind jedoch nur für SEO-Spezialisten relevant und werden von der Öffentlichkeit gar nicht bemerkt.

Die Anzahl der Updates dürfte nach Expertenschätzungen im vierstelligen Bereich pro Jahr liegen (wenn man auch die “Data-Refreshs” von Google als solche miteinbezieht). Mit jedem Update verändern sich die Bewertungskriterien für das Google Ranking. Das konnte früher je nach Umfang des Updates zu großen Platzierungsverlusten von Webseiten in den Suchergebnissen (SERPs) führen.

Heute werden große Updates normalerweise nicht mehr von jetzt auf gleich implementiert, sondern erfolgen kontinuierlich oder abschnittsweise und treffen die Webseitenbetreiber daher meist nicht mehr mit voller Breitseite. Für SEOs und Webmaster sind sie aber bis zum heutigen Tag ein Ereignis, das diese sich im Kalender anstreichen sollten, um am Ende nicht unvorbereitet von den neuesten Veränderungen überrascht zu werden.

Die Updates dienen dazu, den Usern bessere Suchergebnisse zu liefern. Sie drehen dabei aber an verschiedenen Stellschrauben. Manche sind reine Algorithmus-Anpassungen, manche zielen direkt auf verbesserte Suchergebnisse im Mobile-Bereich ab, andere sortieren schlechte Inhalte oder dünnen Content aus den Google-Suchergebnissen aus und wiederum andere stärken Urheberrechte oder verhindern ein zu hohes Maß an Werbung im zuoberst sichtbaren Bereich einer Webseite.

Die Liste ließe sich unendlich fortführen und zeigt doch bei den wenigen Beispielen bereits: es geht darum, den User mit Qualität, Tiefe und Relevanz zu versorgen. 

Nebenbei optimiert sich Google selbst kontinuierlich auf allen möglichen Ebenen und verliert dadurch nie sein eigentliches Ziel aus den Augen: seine Monopolstellung auf dem Weg zur perfekten Suchmaschine weiter auszubauen.

Je besser die Suchergebnisse, desto besser für Google

Google arbeitet also nicht nur aus reiner Menschenliebe daran, immer relevantere und damit auch bessere Suchtreffer zu liefern. Denn eigentlich geht es nicht nur um zufriedenere User, sondern vor allem auch um mehr User. Und diese kommen von ganz alleine, wenn Google seine Position als beste Suchmaschine nicht nur behauptet, sondern weiter ausbaut. Und das tut sie: mithilfe der Updates.


Die wichtigsten Google Updates im Überblick

Mit seinen Updates hat Google schon so manches Unternehmen und SEO auf dem falschen Fuß erwischt. Updates mit großen Auswirkungen, wie zum Beispiel “Panda” oder “Penguin”, haben beispielsweise für sehr lange Gesichter und tiefe Stürze auf den Suchergebnisseiten von Google gesorgt. Beide Updates gehören zum “Core-Algorithmus” von Google und werden daher auch “Core-Updates” genannt.

Panda Update

Das Panda Update (Februar 2011) war eine Algorithmus-Optimierung, die vor allem die Qualität von Webseiten neu beurteilte. Wer auf dünne oder doppelte Inhalte, Linkfarmen und überbordenden Einsatz von Werbung auf seinen Webseite gesetzt hatte, hatte ab diesem Moment verloren. Vor allem qualitativ hochwertige Seiten profitierten davon. Für alle anderen hieß es erst einmal, den erdrutschartig verlorenen Stellenwert der eigenen Unternehmensseite wieder herzustellen - sofern man sich überhaupt vom Sturz in die Bedeutungslosigkeit erholte.

Penguin Update

Das Penguin Update (April 2012) lief für viele nicht weniger dramatisch. Hier hatte Google vor allem dem Webspam den Kampf angesagt.

Wer vor diesem Update auf unlautere Techniken zur Verbesserung seines Rankings (Keyword Stuffing, Link-Spam, Black Hat SEO allgemein) gesetzt hatte, wusste ab dem Moment, wie sich Aktionäre nach dem Börsencrash 1929 gefühlt haben müssen.
Die Google Webmaster Guidelines sind seitdem zum alles dominierenden Regelwerk geworden, deren Richtlinien man als SEO nicht zu offen interpretieren sollte.
Überoptimierte Webseiten wurden durch Penguin übrigens auch abgestraft. Darunter versteht man Seiten, bei denen - kurz gesagt – mehr Zeit in SEO gesteckt wurde als in den Content.

Hummingbird-Update

Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch das Hummingbird-Update (August 2013). Nicht, weil es auch hier wieder zu kräftigen Korrekturen im Ranking kam, sondern weil es bis heute als Wegweiser für das Streben und Selbstverständnis von Googles steht.

Mit Hummingbird wurde ein großer Schritt auf dem Weg zur semantischen Suche gemacht. Bis dahin konnte Google nur einzelne Wörter oder Wortkombinationen ohne Sinnzusammenhang erkennen. Seit Hummingbird erfasst und versteht Google die Absicht des Users hinter dessen Suchanfrage immer besser und kann dadurch immer relevantere Suchtreffer ausgeben. Zudem wurde die Bedeutung von Long-Tail-Suchanfragen und Keywords aufgewertet und qualitativ hochwertiger Content mit besseren Rankings belohnt. Mit Hummingbird hat Google angefangen, die Menschen besser verstehen zu können.

RankBrain

Bei der Einführung von RankBrain (Anfang 2015) ist Google ein ähnlich großer Wurf wie bei Hummingbird gelungen. RankBrain ist nicht einfach nur ein Update, sondern ein eigenständiges System, das selbstlernend und maschinenbasiert ist. Das heißt: seine Funktionsweise wird von KI (Künstlicher Intelligenz) beeinflusst.

Google selbst hat RankBrain an Position Nummer 3 seiner Rankingfaktoren gehoben, gleich hinter Content und Backlinks. Das System kann mehrdeutige und komplexe Suchanfragen verarbeiten, die weit über die Longtail-Suche hinausgehen. Es ist in der Lage, umgangssprachliche Suchanfragen oder Wortschöpfungen zu erkennen und zu interpretieren und kann Dialoge oder Spracheingaben selbständig verarbeiten. Zudem verarbeitet es erstmals gestellte Suchanfragen von Usern selbständig.  

Phantom Update

Im Mai 2015 folgte das Phantom II Update. Phantom I war schon im zwei Jahre zuvor implementiert worden, betraf aber nur 1,2 Prozent aller Webseiten. Schlimmer war sein Nachfolger. Dieser sorgte für zum Teil exorbitante Sichtbarkeitsverluste - teilweise auch bei sehr großen Unternehmen und Portalen. Bis heute ist nicht völlig geklärt, ob bei dem Update eine Verkettung von Fehlannahmen oder Berechnungsfehlern dazu führte. Denn erstaunlicherweise waren damals auch qualitativ hochwertige Seiten wie zum Beispiel “Auto, Motor und Sport” (-24%) und “pcwelt.de” (-22%). “gelbeseiten.de” (-37%) sogar gleich 37% seiner Sichtbarkeit.

Quellen:

Manche Experten sprachen bei diesem Update daher auch nicht von einer Verbesserung, sondern von einer Verschlimmbesserung oder gar von einem “Bug”. Aktuellere Analysen deuten jedoch darauf hin, dass die Abstrafung der Seiten sich nicht unbedingt auf deren Content bezog, sondern vor allem auf deren übermäßigen Einsatz von Werbung, automatisch startende Videos oder Duplicate Content.


BERT, Page Experience und Mobile First Index

die wichtigsten Google Updates jüngerer Zeit

Neben diesen großen, die SEO-Welt verändernden Updates, gab es auch in jüngerer Vergangenheit einige, die für große Bewegungen im Google Ranking sorgten.

Zum Beispiel:

BERT Update

das BERT Update im Oktober 2019, von dem Google sagt, dass jede zehnte Suchanfrage mit ihm in Verbindung stehe, beziehungsweise von diesem betroffen wäre. Wenn man von 5-6 Milliarden Suchanfragen über Google pro Tag ausgeht, ist das eine enorme Menge. Es war damit die einflussreichste und größte Änderung im Suchalgorithmus von Google seit der Einführung von RankBrain.

BERT steht für “Bidirectional Encoder Representations from Transformers” und ist eine neurale netzwerkbasierte Technik für Natural Language Processing (NLP). Mit anderen Worten: BERT setzte dort an, wo Hummingbird aufgehört hatte.

Von nun an konnten ganze Fragesätze richtig eingeordnet werden und jedes einzelne Wort in einer Suchanfrage (wie z.B. auch Präpositionen wie “for” und “to”) in den richtigen Kontext gesetzt werden. Anfangs fand BERT nur in englischer Sprache Anwendung, mittlerweile werden Suchanfragen in dutzenden Sprachen besser verstanden - und damit auch immer genauere Suchtreffer in den jeweiligen Ländern ausgespielt

Page Experience Update

das Page Experience Update (inklusive der Core Web Vitals), mit dem die Umstellung auf den Mobile First Index im Jahr 2021 (vorerst) abgeschlossen wurde. Mit diesen Updates wurde in erster Linie den immer weiter zunehmenden Anfragen von mobilen Endgeräten Rechnung getragen.

Das Page Experience Update wertete Webseiten im Ranking auf, deren Inhalte schnell und stabil laden. Denn nichts ist nerviger, als eine langsam ladende Seite, wenn man irgendwo mit seinem Smartphone unterwegs ist und schnelle Antworten auf seine Suchanfrage benötigt.

In die gleiche Kerbe schlug auch die Umstellung auf den Mobile First Index. Seit dem Mobile First Update werden Webseiten nämlich nicht mehr nach ihrer Desktop-Variante gerankt, sondern nach der Version, die für mobile Endgeräte zur Verfügung gestellt wird. Der Grund dafür: Viele der Desktop-Seiten waren in ihrer Usability und ihrer Größe einfach nicht auf den Smartphone-User zugeschnitten und machten die mobile Suche so des Öfteren zum Ärgernis. Seitdem sind schlanke, schnelle Seiten mit hohem Informationsgehalt gefragt.

Wer noch mehr über Googles Updates wissen möchte, wird bei SISTRIX fündig. Die Kollegen haben sich die Mühe gemacht, alle Google Updates in einer Liste zusammenzufassen (https://www.sistrix.de/frag-sistrix/google-updates/#Uebersicht-ueber-alle-Google-Updates-seit-2002). Sie ist stets auf aktuellem Stand und liefert interessante Informationen zu den jeweiligen Updates.


Google Update Check

War heute oder gestern ein Update?

War heute oder irgendwann in den letzten Tagen ein Google Update? Eine schnelle Antwort bietet der Semrush Sensor.

Neben der Region, Dektop / Mobile oder einem Datum der letzten 30 Tage ist es hier möglich nach Kategorien zu sortieren. Die SERP Volatilität zeigt an, wie hoch die Schwankungen in den SERPs im ausgewählten Zeitraum war.


Fazit: Von der Suchmaschine zur Antwortmaschine

Manche erinnern sich noch gut, als man um die Jahrtausendwende auf Altavista, Lycos (und wie sie alle hießen) Suchanfragen eingab und zufrieden sein konnte, wenn die ausgespuckten Suchtreffer ansatzweise etwas mit dem eigenen Problem und dessen Lösung zu tun hatten. Bei Google hingegen war die Trefferquote schon damals ziemlich hoch - auch, was die Qualität der Suchtreffer anging.

Dass das so war und immer besser wird, hängt unmittelbar mit den Updates zusammen.

Durch die ständige Weiterentwicklung und Verfeinerung der Algorithmen ist Google mittlerweile nicht mehr nur noch in der Lage, qualitativ minderwertige Inhalte, verdächtige Webseiten zu erkennen oder Black Hat Methoden abzustrafen, um den Usern die bestmöglichen Inhalte zu liefern. 

Heute reagiert Google mit seinen Updates darauf, wer, was, wie, wo, wann, mit welchem Gerät, wie umfassend oder mit welcher Suchintention nach Informationen sucht.

Das Hauptaugenmerk liegt heute nicht mehr auf der suchenden Masse, sondern auf dem einzelnen User. Je komplexer seine Suchanfrage zu einem Thema ist, desto detailliertere Antworten findet Google exklusiv für ihn im Netz. Google strebt also eine persönlichere Beziehung zum User an. 

Somit ist auch klar, wohin die Reise von Google geht: Panda, Penguin, jede Menge Innovationsgeist und eine große Portion KI (RankBrain, BERT) werden Googles Vormachtstellung unter den Suchmaschinen in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Und mit jedem einzelnen Update wird diese weiter gestärkt.


SEO Freelancer Matthias Klenk
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