Interne Verlinkung - Prüfen, Linkjuice stärken, Optimieren

Die interne Verlinkung ist wichtiger als häufig angenommen. Mit einer sinnvollen internen Verlinkung lassen sich nämlich nicht nur die Besucher in die richtige Richtung lenken, sondern auch die Crawler von Google und Co. und der damit verbundene Linkjuice. Und: sind sowohl deren Struktur als auch die verlinkten Inhalte gut, sorgt das auch für eine längere Verweildauer Ihrer Besucher auf der Seite.

Die interne Verlinkung überprüfen

Tolles Thema... Easy.... Einfach als Excel exportieren...

So einfach ist es eben nicht.

Denn die interne Verlinkung zu überprüfen bedarf einer Menge an Arbeit und Organisation.

Nur als Beispiel: Während ich hier an dieser Seite zum Thema interne Verlinkung arbeite (und ich bin noch lange nicht fertig), hat diese Seite bereits

  • 29 Inlinks
  • 23 Unique Inlinks
  • 79 Outlinks
  • 52 Unique Outlinks

und das alleine durch die Navigation, Footer, Breadcrumb, etc...

Interne Links grob strukturiert mit Screaming Frog
Interne Links grob strukturiert mit Screaming Frog

Wie können interne Links überprüft werden?

Gibt es einen "Internal Link Checker"?

Ein "Internal Link Checker" ist mir nicht bekannt. Zumindest keiner der optisch ansprechend Informationen ausgibt.

Für die Überprüfung der internen Linkstruktur nutze ich aktuell meist Ahrefs und Screaming Frog.

In Screaming Frog besteht die Möglichkeit Inlinks (und auch Outlinks) zu überprüfen.

Zudem kann über Filter, direkt in Sreaming Frog oder auch im Export in Google Sheets oder Excel, der Link Path (Linkpfad) und sogar die Linkposition gefiltert werden. So besteht mit wenigen Handgriffen die Möglichkeit Links zu filtern, die nur im Content bzw. nicht im Head, Footer, Navigation etc. versteckt sind.

Warum nur im Content? Weil das sie Links sind, die wir einfach seitenweise beeinflussen und optimieren können.

Wohin soll intern verlinkt werden?

Wohin intern verlinkt werden soll, hängt von vielen Faktoren ab.

Überlegen Sie sich hierzu:

  • Welcher Content könnte den User hier zusätzlich interessieren?
  • Ist die Seite, auf die verlinkt wird, eine konvertierende Landingpage?
  • Hat der User die Möglichkeit wieder zum Content zurückzukehren?
  • ...

In der Regel sollte versucht werden

  1. die Suchintention zu treffen und den Nutzer zufriedenzustellen und
  2. die wichtigen / konvertierenden Seiten häufig zu verlinken

Wichtig:
Konvertierende Seiten / Landigpages / Bereiche häufiger verlinken als irrelevante Inhalte!

Do's & Dont's: Interne Link-Wolken sind Out! Sinnvolle Verlinkungen sind In!

SO BITTE NICHT:

Eine Absatz mit Links vollzustopfen funktioniert seit vielen Jahren nicht mehr.

Während einerseits wenige User solche Linkwolken durchsehen um einen Link zu folgen, werden Linkwolken fast schon als Spam angesehen.

 

 

Negativbeispiel interne Verlinkung: Linkwolken eher Spam
Negativbeispiel: Linkwolken sind Out und werden eher als Spam erkannt.

SO GERNE:

Sinnvolle interne und externe Links, passend zum Thema.

 

 

Guten Beispiel: Sinnvolle interne Verlinkung
Guten Beispiel: Sinnvolle interne Verlinkung

Auf welchen Seiten ist die interne Verlinkung besonders wichtig?

Je wichtiger die Seite für Ihr Unternehmen ist, desto sinnvoller ist eine Verlinkung dorthin. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um Seiten handelt, auf denen User konvertiert werden oder ob diese dort wichtige oder vertiefende Informationen zu einem Thema finden.

Auch von Seiten mit einer hohen Reputation sollten Sie verlinken. Diese verfügen über mehr Linkpower, die sie durch die interne Verlinkung an die Zielseite weitergeben. Dieser sogenannte Linkjuice ist jedoch nicht unendlich, sondern eine feste Größe, die nicht gänzlich auf jede einzelne Zielseite weitergegeben wird, sondern sich immer weiter aufteilt. Es ist wie bei einem Apfel, den Sie teilen. Teilen Sie ihn mit einem Freund, hat jeder noch einen halben Apfel. Teilen Sie ihn mit 30 Freunden, gibt es nur ein klitzekleines Stückchen für jeden.

Wie viele interne Links sollte man setzen?

Grundsätzlich kann man sagen: so viele wie nötig und hilfreich für den User und Googles Crawler sind. Das Limit nach oben ist offen und wird nur durch das Crawl Budget limitiert, das Google den einzelnen Webseiten setzt.

Wichtiger als die Anzahl der internen Links ist aber sowieso eine optimale Verlinkungs-Struktur, damit der Crawler und die User alle wesentlichen Inhalte problemlos finden.

Wie viele interne Links sind zu viele?

Lange Zeit galt unter SEO Experten die Regel, dass es nicht mehr als 100 Links auf einer einzelnen URL sein sollten. Google selbst spricht in den Webmaster Richtlinien davon, dass man sich auf eine „angemessene“ Anzahl an Links auf einer Seite beschränken sollte und fügt in Klammern dann aber eine ziemlich hohe Zahl hinzu: „… höchstens einige tausend“.

Die Anzahl der internen Links sollte in jedem Fall natürlich und im Einklang mit der Seitengröße gewählt werden damit Google die Rankingsignale verstehen kann. Ein kleiner Handwerksbetrieb braucht dementsprechend weniger Links, als beispielsweise Amazon.

Beispiel für gute interne Verlinkung: Wikipedia

Als gutes Beispiel für interne Verlinkungen wird gerne Wikipedia herangezogen. Dort wird in jedem Eintrag mit hunderten von Links auf einen anderen Artikel aus dem Wikipedia-Universum verwiesen, ohne, dass dies in irgendeinem Maße schädlich für die Reputation der Webseite oder ihr Ranking in den SERPs wäre.

Das Unternehmen stellt aber keine Blaupause für jede Branche und jede Art von Webseite dar, denn bei Wikipedia geht es um Wissen, das dort jeder so weit vertiefen kann, wie er will. Dort sind viele interne Links eine gute Sache. Wer hingegen schnell mal online eine Zugfahrkarte erwerben will, wird durch eine Vielzahl von weiterführenden und vertiefenden Links eher abgeschreckt.

Was jedoch jeder von Wikipedia lernen kann, ist: wenn man intern verlinkt, dann hart.

Das heißt: zu jeder weiteren Unterseite gibt es genau ein festgelegtes Keyword im Linktext, das zu dem jeweiligen Artikel führt. Mit dieser Strategie (und natürlich einer guten Reputation und User-Zufriedenheit) schafft es Wikipedia mit fast jedem seiner Einträge auf Seite 1 der Suchergebnisse.

Die interne Verlinkung optimieren

Bei der Optimierung der internen Verlinkung ist deren Struktur essentiell. Webseiten, die in diesem Bezug nur wenig durchdacht sind und deren interne Links spontan gesetzt und getextet werden, haben es heutzutage schwer. Sie punkten weder bei Google noch den Usern, sind in ihrer Benutzerführung ineffizient und verschenken jede Menge Linkjuice.

Darum gilt es auf Vieles zu achten:

  • Die Hierarchie der Webseite und die relevantesten Inhalte müssen klar definiert sein. Auf diese Seiten kommt es bei der internen Verlinkung an – sowohl für die User als auch für Google und in Sachen Linkjuice.
  • Keyword Mapping ist Pflicht. Jede Webseite wird in der Regel über ein Hauptkeyword erreicht. Identische Keywords für mehrere Zielseiten zu verwenden, ist kontraproduktiv.
  • In die Besucher der Webseite hineinversetzen: Werden über interne Links alle wichtigen Seiten erreicht? Müssen Ihre Besucher häufig zurück zur Startseite? Können sie sich via interner Verlinkung durch den gesamten Themen-Content bewegen? Landet man als Besucher irgendwann auf einer Seite, von der es nicht weiter geht? Gibt es Broken Links?
  • Inhalte aktualisieren und erweitern. Neue Inhalte werden von Google mehr wertgeschätzt (von Usern übrigens auch!). Von diesen kann man dann zudem auf Vorgängerversionen oder thematisch ähnliche Inhalte verweisen.
  • Seiten mit qualitativ hochwertigen Backlinks nutzen: Wenn Sie Seiten haben, auf die von wichtigen oder seriösen Webseiten verwiesen wird, erben Sie auch deren Linkjuice. Diesen sollten Sie nutzen, um zum Beispiel von dieser Seite aus wieder intern andere Seiten zu verlinken.
  • Auf natürliche und relevante Links setzen
  • Tief in die Seite hinein verlinken (Stichwort Deep Link)
  • Aussagekräftige Ankertexte verwenden (Also keine Texte wie: „Hier klicken")
  • Immer dran denken: Je öfter ein Link geklickt wird, desto besser ist er (sowohl für Sie als auch für Google).
  • Seiten identifizieren, die gar nicht verlinkt sind. Denn diese werden von den Usern nicht gefunden. Hier gehen unter Umständen nicht nur Inhalte sondern sogar Potenziale verloren.
  • Regelmäßig die Verlinkungen prüfen. Content verändert sich, ist nicht mehr aktuell, wird ins Archiv verschoben oder umgeleitet – zu viele Fehler und 404er-Seiten durch mangelhafte interne Verlinkung verärgern den User.

Wie müssen interne Links aufgebaut sein?

  • Interne Links sollten im besten Fall themenverwandt mit dem Content der linkgebenden Seite sein, das Thema vertiefen oder weitergehende Fragen beantworten und einen Mehrwert für den User
  • Der Link sollte von einer Seite ausgehen, die über möglichst viele Besucher oder gute Backlinks von anderen Webseiten verfügt (Stichwort Linkjuice).
  • Jedes einzelne Linkziel sollte immer mit dem gleichen Keyword versehen werden.
  • Auf Position des Links achten: je weiter oben er im Text platziert ist, desto besser. Interne Links im Footer oder der Seitenleiste helfen ebenfalls in manchen Fällen (z.B. bei Blogs oder zur besseren Steuerung des Klickverhaltens der User). Interne Links, die auf die Startseite o.ä. verweisen, sind hingegen meist unnötig – Seiten wie diese finden die User auch so.
  • Je tiefer die Verlinkung, desto besser (Deep Link). Relevante Inhalte werden so besser gefunden.
  • Der Ankertext/Linktext interner Links sollte immer aus dem jeweils für diese Seite vorgesehenen Hauptkeyword bestehen und so prägnant, bzw. aussagekräftig wie möglich sein. Das ist wichtig für Googles Crawler und die User.
  • Die Links sollten sich farblich oder von der Schrift (kursiv, unterstrichen) vom Rest des Textes unterscheiden (ohne dabei den Lesefluss zu stören).

Sollten Sie weitere Fragen haben, lesen Sie gerne weiter in den Glossarbeiträgen zu  Website struktur und Onpage Optimierung oder auch der Beitrag zum Thema Google Ranking verbessern.

SEO Freelancer, Matthias Klenk
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Matthias Klenk, SEO-Freelancer

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